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Fahrrad Club St. Pauli: wie alles anfing

von Olaf Wuttke, ehemalig Abteilungsleiter, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Entstanden aus der Idee, den Klubnamen zum hundertjährigen Vereinsjubiläum mindestens deutschlandweit auch auf die Asphaltpisten zu schreiben, taten sich im Sommer 2004 knapp 20 Zweiradenthusiasten – darunter viele Kuriere – zusammen und gründeten den Fahrrad-Club St. Pauli als neue Vereinsabteilung. Unter Anleitung eines in Altona heimisch gewordenen französischen Exprofis, Frédérick Duteau, formierte sich mit Les Messagers Noirs (»Die schwarzen Boten«) das erste Rennteam auf dem Heiligengeistfeld.

Im Frühjahr 2009 fahren bereits über 90 Mitglieder, zunehmend auch Frauen, unter dem Totenkopf im Zahnkranz. Zwischenzeitlich waren zudem etliche Triathleten in dieser Abteilung untergeschlüpft, bis sie Anfang 2009 eigenständig wurden. Im Fahrrad-Club sind Frauen und Männer mit unterschiedlichen Interessen und unterschiedlicher Leistungsfähigkeit versammelt: das reicht vom Elite-A-Renner über Ausdauerradler, die bundesweit an Radtourenfahrten teilnehmen, und Mountainbiker bis hin zu Gelegenheitsfahrern mit dem Einkaufskörbchen am Lenker.

Bereits 2007 überraschte der Fahrrad-Club Fachleute und Konkurrenz: ein Paulianer, Lars Stiedenroth, wurde Hamburger Meister im Straßenrennen und Dritter im Einzelzeitfahren; ein weiterer landete bei der Tunesienrundfahrt auf mehreren Etappen in den Top 10. Andere Mitglieder wurden für ihre Jahresleistungen bei Tourenfahrten ausgezeichnet. Der markante Klubdress ist längst deutschlandweit sowie gelegentlich in Alpen und Vogesen, auf Mallorca und Korsika zum vielbeachteten Blickfang geworden. Das hat inzwischen auch traditionsreichere, größere Radsportvereine auf den Geschmack gebracht: 2008 und 2009 wurden jeweils mehrere Elitefahrer abgeworben – mit Offerten, mit denen die Abteilung nicht mithalten will. Kiezradler sind Amateure reinsten Wassers, investieren viel eigenes Geld und noch mehr Zeit in ihren Sport und sind stolz darauf, Hamburgs bestem Verein anzugehören.

Aber wir wären nicht im FC St. Pauli, wenn uns nur die Schnellsten, Ausdauerndsten, Erfolgreichsten interessierten. Erstmals 2009 bildet die Abteilung einen eigenen Trainer aus, der sich vor allem um Jugendliche sowie Jederfrauen und -männer kümmern wird – denn an aktivem Nachwuchs besteht bisher noch Mangel im Fahrrad-Club.

Die Radsportler haben inzwischen auch im Gesamtverein Gewicht: Abteilungsmitglieder finden sich im Präsidium ebenso wie im Amateurvorstand und der Geschäftsführung. Doch »wichtig ist auf’m Radsattel«: auch wenn's im Jubiläumsjahr 2010 wohl nicht gerade die Tour de France sein wird – ein Straßenrennen »Rund um die Ritze« ist ja auch nicht zu verachten ...

 
FC St. Pauli Radsport
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