Di Jun 27 @18:30
Deerns-Radtraining für Fortgeschrittene
 

Tour d' Energie Göttingen 2015

Was macht ein Radpirat sonntags morgens um 5:00?
Drei Radpiraten saßen um diese Zeit am 26.04.2015 schon voller „Vorfreude“ auf ein wahrscheinlich sehr nasses Rennen im FC St. Pauli-Amateurbus nach Göttingen, um dort ihr erstes Rennen der German Cycling Cup-Serie zu bestreiten. Dort um 8:30 angekommen ging es zuerst in die Sparkassen Arena, um die Startunterlagen abzuholen und sich am reichhaltigen Frühstücksbüffet zu stärken. Beim anschließenden Warmfahren stieß dann der 4. Radpirat zu uns. So dass wir uns kurz darauf gemeinsam in unserem Startblock einfinden konnten.

Abfahren im Regen ist kein Spaß ... Soloflucht im Regen ...

Nach kurzem Schwätzchen mit einigen umstehenden Radsportlern fiel dann auch fast pünktlich der Startschuss um 10:50.

Die ersten Kilometer wurden wir von einer Eskorte aus Göttingen raus begleitet bis zum Rosdorfer Kreisel. Dort begann die offizielle Zeitnahme. Kaum durfte man mal etwas schneller fahren, hatten wir auch schon langsamere Gruppen überholt, was zu einer unangenehmen Hektik in der Gruppe führte (die auch prompt in einem kleinen Massensturz gipfelte, in den zum Glück keiner von uns vier hinein geraten war ... aber es war verdammt knapp).

Auf den folgenden ca. 50 Kilometern verteilte sich das Feld durch schnell aufeinander folgende kleine Anstiege und schnelle Abfahrten im schönen Naturpark Hannoversch Münden. Dabei hatte sich auch unser Vierer-Piratenverband etwas zerrissen und jeder fuhr eine Weile für sich im Feld. Die Strecke führte uns weiter an der Werra entlang, bis diese sich mit der Fulda küsst und - zur Weser vereint - im Meer mündet. Ein perfekter Ort für Radpiraten, um sich im Feld wieder zu finden und die letzten Kilometer bis zur ersten echten Prüfung gemeinsam zu fahren.

 

Die erste Prüfung begann direkt in dem Örtchen Hemeln mit einem Anstieg über 5 Kilometer und 200 Höhenmeter. Anfangs noch gemeinsam strampelten wir die leichten Rampen rauf. Die aber irgendwie kein Ende zu nehmen schienen. Nach ca. der Hälfte schaffte ich es nicht mehr, an meinem Vorfahrer Henrik dran zu bleiben und musste ihn ziehen lassen. Oben angekommen war von Henrik nichts mehr zu sehen, dafür war ich wieder in Begleitung der beiden anderen Radpiraten Henrich und Vlo und dem plötzlich einsetzendem Regen. Der Regen wollte ab da an auch nicht mehr aufhören, im Gegenteil, es sollten sich noch Hagel und ein kleines Gewitter dazu gesellen.

 

Nass bis auf die Knochen ging es dann recht zügig zur 2. Prüfung: der Bergwertung am Hohen Hagen mit bis zu 12% Steigung. Unten noch schnell Ansage an unsere »Bergziege« Henrich: „Das ist Deiner!“ Der daraufhin wie eine Nähmaschine die Rampen hoch surrte.Vorfreude ...

Ab da an ging es nur noch runter. Im Starkregen sind Serpentinen kein Spaß! Henrich machte auf der Abfahrt vom Hohen Hagen deshalb auch gleich mal Bekanntschaft mit der Böschung. Aber zum Glück war nichts Schlimmeres passiert.

Durch den Regen konnte man auf den letzten 30 Kilometer auch nicht mehr die Landschaft um sich herum wahrnehmen. Es war nur noch ein Kampf mit sich selbst, der Straße und dem, was die Natur von oben so runter geben wollte. Dicke fette Regentropfen vermischt mit etwas Hagel und Donnergrollen. Immerhin es war nicht wirklich kalt.

Vlo und ich fanden auf den letzten 25 Kilometern noch eine ganz starke Gruppe mit der wir uns, in einem ordentlichen Renntempo über die nassen Straßen arbeiten konnten. Mit über 40 km/h ging es wieder auf Göttingen und dem verdienten Ziel zu. Noch ein kurzer Zielsprint über die Linie und dann waren das 100km in 2:56 Stunden.
Hinter der Ziellinie wartete Henrik schon auf uns, der sich ja bei der ersten Prüfung abgesetzt hatte und von da ab nicht mehr gesehen wurde.

Nass bis auf .... es gab einfach keine trockenen Stellen mehr ..., aber glücklich trollten wir uns dann recht zügig zurück zum Amateurbus und freuten uns auf die wärmende Dusche.

Zu guter Letzt noch die wichtigste Zahl: 40!!!
Das ist unsere erste Platzierung als FC St. Pauli-Team beim German Cycling Cup.

Abschließend kann ich mich nur bei meinen grandiosen Mitfahrern bedanken. Wir haben toll zusammen gearbeitet und einen sehr guten Eindruck beim Rennen hinterlassen. Dann muss man noch besonders das Publikum erwähnen, das in jedem Dorf, an jeder Kurve, Bushaltestelle, Rampe, Steigung und sonst wo stand und uns selbst bei schlimmsten Regen nimmermüde angefeuert hatte! Die Bergwertung am Hohen Hagen war dadurch ganz großer Radsport. Und am Schluss gilt dem Veranstalter Dank für die klasse Organisation. Es war toll bei Euch!

Michael M.

Zieleinfahrt Nass bis auf ... aber glücklich ...

 

 
FC St. Pauli Radsport
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