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Ausflug in den Bayerischen Wald

5 Radpiraten beim Arber Radmarathon, 29.07.2012

Vor dem Marathon ... morgens um 5: 45 ... ... und danach ... ca. 12 Stunden später

Der Arber Radmarathon ist einer der größten deutschern Radmarathons, wenn nicht der größte. Der Veranstalter ist der Veloclub Ratisbona (Radclub aus Regensburg), mit ca. 500 Mitgliedern und eigenem Rennteam ein beeindruckender Radsportverein..
Seit 1985 bietet der Veloclub diese Veranstaltung an, die ihrer aktuellen Ausrichtung ein Radsportangebot für jeden Bedarf beinhaltet:

  • Klassischer Radmarathon: Tour A: 250 km, 3300 hm
  • RTF-Strecken:
    • Tour B: 170 km, 2200 hm
    • Tour C: 125 km, 1100 hm
    • Tour D: 100 km, 800 hm
    • Tour E: 56 km (flach)
  • Mountainbike-Strecken:
    • Tour F: 134 km, 2900 hm
    • Tour G: 109 km, 2300 hm
    • Tour H: 60 km, 850 hm

Die Rennradstrecken führen alle zunächst von Regensburg ausgehend südlich an der Donau entlang und dann südöstlich in Richtung Bayerischer Wald. Nur die lange Radmarathon-Strecke führt aber über den Großen Arber, den höchsten Gipfel dieser Region. Fast die tschechische Grenze streifend, geht es dann über eine Vielzahl kleinerer Erhebungen an die Donau und schließlich nach Regensburg zurück. Streckenverlauf und Höhenprofile lassen sich unter https://www.arberradmarathon.de/assets/ausschreibung/VCR-Flyer-Arber-2012.pdf einsehen. Der besondere Reiz des Arberradmarathons besteht aus mehreren Komponenten:

  • Start in einer mittelalterlichen Stadt, wunderschön an der Donau gelegen;
  • meistens Super-Wetter am letzten Juli-Wochenende;
  • das sportliche Profil mit maximal 3.300 Höhenmetern ist nicht zu schwer; auch die Abfahrten sind technisch nicht zu anspruchsvoll;
  • perfekte Organisation des Veloclubs Ratisbona, unterstützt durch Kräfte von Polizei, Feuerwehr und freiwilligen Helfer/innen;
  • Start und Ziel auf einem großen Platz (Dultplatz) mit Oktoberfestatmosphäre und einem riesigem Angebot von günstigem Radzubehör.

In diesem Jahr waren 5 Radpiraten (stilecht mit dem FC St. Pauli Amateurbus) am Vortag angereist, um dort auf der Radmarathondistanz zu starten. In Regensburg checkten wir zunächst auf dem Campingplatz ein, um dann zum Veranstaltungsort auf dem Dultplatz zu radeln. Da wir schon etwas spät waren, war die Bierzeltatmosphäre weitgehend verflogen. Die meisten der knapp 6.000 Teilneherinnen und Teilnehmer bevölkerten schon die Regensburger Altstadt zwecks Kohlenhydrat-Aufnahme. Nachdem wir uns akkreditiert hatten, taten wir es ihnen in einem stilechten Biergarten nach. Das Wetter war nach einigen Kapriolen wieder schön und verhieß Gutes für den folgenden Tag.

Am nächsten Tag fanden wir uns schon um 5:00 auf dem Dultplatz ein, um noch etwas Zeit für das reichhaltige Teilnehmerfrüstück mitzubringen. Danach fanden wir uns unter ca. 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder: hier war zum Glück nichts zu spüren von der Nervosität, die man von manchen Rennen und RTFs kennt. Lockerer Smalltalk und gute Laune waren angesagt.
Dann der Startschuss: auf einem zunächst flachen Terrain entlang der Donau rollte das Feld mit ca. 40 km/h locker vorwärts. So ging es 15 - 20 km weiter, danach brachten erste Hügel um Falkenstein etwas Bewegung ins Spiel und zogen das Feld weit auseinander, auch unsere Gruppe: ein Radpirat konnte sich im Spitzenbereich halten, während die anderen »abreißen« lassen mussten. Einer von uns musste sogar nach knapp 10 km zurück zum Start fahren, da ihm ein Schaltzug gerissen war.

Start des RadmarathonsNach der ersten Verpflegung bei Cham wurde es immer welliger, bis dann am Anfang des Bayerischen Waldes in Lederdorn die erste knackige Steigung bis hin zu 15% das Fahren richtig beschwerlich machte. Hier zerfiel das große Feld komplett (was bei der Enge der Straßen aber auch eher als Segen anzusehen war).
Hinter Lam begann dann die Auffahrt auf den Großen Arber bzw. die Arber-Passhöhe: knapp 10 km lang, aber nicht so steil (ca. 700 hm), so dass sie gut bewältigt werden kann. Nach dem Erreichen der Arber-Passhöhe kam eine kleine unproblematische Abfahrt, schnell ging es aber wieder bergauf, vorbei an der Talstation der Arber-Seilbahn. Kurz dahinter befand sich die zweite Verpflegung. Die Verpflegungen auf dem Arberradmarathon sind richtige Büffets: frisches Obst, Gemüse, eine große Auswahl belegter Brote, eine riesige Kuchenauswahl, Riegel, Gels, Wasser, Iso-Drinks, Brühe, Cola, ... Bei der jetzt langsam aufkommenden Hitze war es wichtig, viel zu trinken, was wir auch berherzigten.
Am vorletzten Berg, dem Kolmberg waren die Felder von Tour A und Tour B schon wieder zusammen, so dass es etwas unübersichtlich wurde. Hier sah man bereits eine Reihe von Fahrerinnen und Fahrern hinauf schieben. Kurze Zeit später kam dann doch noch schlechtes Wetter auf: heftiger Platzregen erschwerte die Weiterfahrt, vor allem auf den Abfahrten, auf denen sich die jetzt sehr spät ansprechenden Bremsen unangenehm bemerkbar machten.

Nachdem auch die letzte Steigung in Falkenfels bewältigt war, wurde auf der hier gelegenen vierten und letzten Verpflegung bereits Bier ausgeschenkt (ich entschied mich vorsichtshalber für die alkoholfreie Variante).

Für die verbleibende Strecke kamen dann noch die Fahrer von Tour C hinzu, die unglaublich Druck machten und das Tempo wieder auf über 40 km/h beschleunigten. Ich selbst konnte da nicht mithalten und war froh, als sich eine kleinere Gruppe mit ca. 35 km/h bildete.

Im Ziel fanden wir uns dann der Reihe nach wieder ein: alle unbeschadet und glücklich, aber z. T. recht ausgepowert: so soll es sein! Genug mineralische Getränke waren schließlich vorhanden (Getränke- und Essensgutscheine sind in der Startgebühr enthalten) und die Sonne knallte, als wäre es nie anders gewesen ...

Fazit: eine tolle Veranstaltung! Wir kommen wieder!

 
FC St. Pauli Radsport
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