Mi Sep 20 @18:00
Radpiraten-Deichrunde
 

4xRTF zu Pfingsten

Radpirat Klaus Hake auf 4-Etappenfahrt über Pfingsten ...

Als Pfingstour per Bike beschloss ich, an einer »Etappenfahrt« teilzunehmen, die vom RST Lübeck (www.rst-luebeck.de) ausgerichtet wurde. Nach einem Kennenlerntreff war ich mir ziemlich sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Folgendes Programm stand an:
1. Etappe: Lübeck  - Flensburg
2. Etappe: Flensburg - Alsen (Dänemark) - Flensburg
3. Etappe: Flensburg - Westküste (Eidersperrwerk) - Flensburg
4. Etappe: Flensburg - Lübeck 

Das obligatorische Gruppenfoto vor dem Start ...Macht zusammen rund 800 km und satte 17 Wertungspunkte!! Endlich mal Mika übertroffen! Wenn auch nur kurzzeitig über Pfingsten.

 

Da Thorsten noch den 600 km Brevet von der Woche zuvor in den Beinen hatte, erklärte er sich bereit, den Gepäcktransport zu übernermen. So blieb uns der Rucksack erspart.


1. Etappe

Los ging's am Pfingstfreitag von Jürgen zu Hause im Moristeig nicht ohne vorher das obligatorische Gruppenfoto geschossen zu haben. Ingesamt waren wir 5 Biker und eine Bikerin (Helle Madsen aus Kiel; einigen sicher bekannt). Bei stetigem, aber nicht zu nervigem Schräg-/Gegenwind und einigen Schönwetterwolken am Himmel, ging es nordwärts über Bornhöved,Bordesholm nach Gettorf (westlich von Kiel). Hier kamen wir an einer Eisdiele nicht vorbei. So beim Eisschlecken kamen wir einhellig zu der Erkenntnis, dass wir als Gruppe gut zusammenpassten.

Gestärkt durch Erdbeer-, Nussbecher etc. radelten wir weiter über Eckernförde, setzten bei Missunde über die Schlei und erreichten gegen 1000 Uhr die Jugendherberge in Flensburg. Hier verbrachten wir die nächsten drei Nächte. Im benachbarten Leichtathletikstadion bestand die Möglichkeit, ein paar Runden auszulaufen. Aber wir fielen lieber nach dem Einräumen der Zimmer mit Heißhunger über das Abendbüffet her. Anschließend ließen wir noch bei einem Bier den schönen Tag Revue passieren.

2. Etappe

Der Start verlief mit Hindernissen. Als Michael sein Rad aus dem Unterstand holte, stellte er einen Platten am Hinterrad fest. Nachdem der Schlauchwechsel auch nicht ganz glatt verlief, ging es endlich los. Allerdings nach ca. 3 krn, stopp! Bei Helle war die Kassette lose!
Also wieder zurück zur Jugendherberge, da Spezialwerkzeug benötigt wurde. Neustart! Nun ging es zügig entlang der Flensburger Hafenkante an einigen historischen Seglern vorbei, Richtung dänische Grenze. Bei Kruså passierten wir die Grenze, glücklicherweise ohne Passkontrolle!
Wir radelten entlang der Flensburger Förde ostwärts Richtung Sønderborg. Die Sonne zeigte sich heute nicht. Aber noch trocken! Wer glaubt, Dänemark ist Flachland, sieht sich hier eines besseren belehrt. Die hügelige Landschaft fordert den »Flachlandfahrern« einiges ab. Kurz vor Sønderborg schauten wir in einige auf einem Hügel postierte Kanonen aus der Schlacht um die Düppeler Schanzen (anno ??? Mal googeln! Anmerkung der Redaktion: Die Düppeler Schanzen (dänisch Dybbøl Banker) sind der Schauplatz der Entscheidungsschlacht im Deutsch-Dänischen Krieg vom 18. April 1864 in der Nähe von Sønderborg (Sonderburg, Nordschleswig) in Dänemark. Diese Schlacht heißt in Bezug auf die siegreichen preußischen Truppen allgemein Erstürmung der Düppeler Schanzen, dänisch hingegen Slaget ved Dybbøl oder Kampene ved Dybbøl. Quelle: Wikipedia)
Hinter Sønderborg ging es weiter ostwärts an zahllosen Weizenfeldem vorbei durch typisch dänische Dörfer mit weiß getünchten Fassaden.
Dann umrundeten wir die lnsel Kenæs in flotter Fahrt. Auf dem von Salzwasser umspülten Damm zur Insel legte sich das Salz in der Luft förmlich auf die Lippen.
Wir fuhren eine Zeitlang an der Ostküste Alsens entlang und drehten dann langsam westwärts, d. h. in den Wind! Kurz vor der Fährstelle über den Als Fjord, erwischte uns der einzige kurze Regenschauer der gesamten Pfingsttour. Während der Fährüberfahrt suchten wir Unterschlupf im Casino bei heißem Kaffee aus dem Automaten. Direkt nach dem Verlassen der Fähre ließ uns ein Kiosk nit dem Schild »Hot Dog« sofort wieder stoppen. Der Genuss eines rifted (gebratenen) Hot Dog war für alle ein muss!
Da Thorsten seine Beinbeschwerden aus dem Brevet vorige Woche zusehends plagten, entschloss sich ein Großteil der Gruppe, einen kürzeren Weg direkt nach Flensburg zu nehmen. Helle und ich wollten aber unbedingt auf der geplanten Strecke die 200 km noch voll machen. Und so teilte sicb die Gruppe.
Abends verschlangen wir dann wieder gemeinsam Berge von grünen Bandnudeln mit Lachssauce.


3.Etappe

Heute ging's fast planmäßig los, nachdem alle am Vorabend noch ihre Räder gecheckt hatten. Es ging südwestwärts Richtung Nordsee. D. h. Gegenwind! Aber alle waren gut drauf, so dass wir bei guter Gruppenarbeit mit durchweg über 30 km/h voran kamen. Unterwegs hätte ich fast bei dem Tempo ein auf einer Wiese mitten zwischen einer Kuhherde grasendes Reh mit einem Kuhkalb verwechselt. In Husum machten wir den ersten Stopp am Hafen. Wir genossen dort in der sich heute wieder zeigenden Sonne leckere Fischbrötchen. Zusätzlich hätte man sich noch am verlockenden Kuchenbüfett bedienen können. Aber irgendwann muss auch das Lunchpaket aus der Jugendherberge verdrückt werden.
Hinter Husum passierten wir rechter Hand den sogenannten »roten Heubarg«, eine altfriesische Scheune, in der früher Mensch und Tier unter einem Dach lebten. Das Gebäude ist tatsächlich weiß gestrichen.
Am Eidersperrwerk war gerade die Brücke hochgeklappt. Axel nutzte die Wartezeit und fuhr immer wieder unter den Blicken zahlreicher Touristen in Sechstagefahrer-Manier den asphaltierten Deich hoch und runter. Echt imposant!
Hinter dem Sperrwerk fuhr dann Helle unwiderstehlich die letzten Kilometer gegen den Wind, bevor wir nach Osten drehten und endlich den Wind im Rücken hatten. Nun ging es wie die fliegenden Holländer rasend schnell nach Friedrichsstadt. Dort auf dem Marktplatz musste vor allem ich das ganze Luchpaket und zusätzlich Energieriegel verdrücken, um mein Formtief/Hungerast? zu überbrücken. Ein Krabbenbrötchen auf 130 km war doch etwas wenig.
Mit vollen Mägen und Wasserflaschen ging es flott nordwestwärts über Tarp Richtung Flensburg. Dabei gab es zeitweise Unstimmigkeiten über das anzuschlagende Tempo. Dadurch schwankte es zwischen 40 und 2S km/h. Aber die letzten km bis Flensburg fuhren wir wieder als gewohnt harmonische Gruppe.


 4.Etappe


Nun hieß es Abschied nehmen von unserer Herberge in der wir ganz ausgezeichnet vepflegt worden waren.
Wir fuhren die Förde entlang, rechts am Wasserschloss Glücksburg vorbei auf ruhigen Nebenwegen möglichst dicht an der Ostseeküste entlang Richtung Gelting. Dabei ergaben sich unterwegs immer wieder reizvolle Blicke auf die Ostsee. In Kappeln überquerten wir die Schlei, gerade noch rechtzeitig, bevor die Brücke hochklappte. Auf der anderen Seite machten wir Pause und beobachteten den endlosen Zug der passierenden Boote aller Größen. Dann drehten wir Richtung Eckemförde wieder in den Wind. Das fiel nun doch angesichts der drei aktiven Vortage allen sichtlich schwer. Außerdem kämpften alle mehr oder weniger mit Sitzproblemen. Aber die Aussicht auf das heimatliche Sofa am Abend trieb uns voran. An der Kanalfähre in Sehestedt wurde unser Begleitfahrzeug mit Thorsten freudig begrüßt. Letzte Bananen und Riegel wurden verteilt. Das Getränkepulver ging zur Neige.
Weiter ging es nun Richtung Heimat südwestlich an Kiel vorbei über Flintbek, Wankendorf nach Bornhöved. Dort wurde dringend benötigter Kaffee gegen die immer weiter erlahmenden Lebensgeister vor dem Café Elend (Anmerkung der Redaktion: welch treffender Name ) getrunken. Ganz so sahen wir nun aber doch noch nicht aus! »Kaffee To Go« war dort noch nicht so bekannt. Das wurde aber kurzerhand vom Personal in Pappbechem organisiert. Auch das verlockende Kuchenangebot blieb nun nicht unbeachtet. Rumkugeln, Kirschtörtchen in Marzipanmantel! Hmmmm!
Derart gepusht machten wir uns auf zum letzten Teil der Etappe. Helle zog es allerdings als besondere Herausforderung vor, den Rest solo zurück zu legen.
Kaum hatten wir kurz hinter Cashagen die Kirchtürme Lübecks gesichtet und uns schon am Ziel gewähnt, wurden wir abrupt durch 2 Feuerwehrleute auf der Strasse gestoppt. Die Durchfahrt durch Dissau war durch eine Ölspur gesperrt. Also waren wir gezwungen, einen kleinen Umweg zu fahren. Unbeirrt davon, zog vor allem Jürgen das Tempo noch einmal machtig an. Wir hielten ein letztes mal tapfer mit und erreichten gegen 1730 Uhr unser Ziel in Lübeck.

Erschöpft und glücklich. Voller Eindrücke und Erinnerungen an vier rundum gelungene Radsporttage. Für die nächsten Jahre unbedingt zur Nachahmung empfohlen.

Mein Dank gilt vor allem Jürgen und Axel für die super Organisation. Ein Dankeschön auch an Thorsten für die PKW-Verpflegung. Gute und vor allem schnelle Besserung, so dass PBP noch klappt!


 

 
FC St. Pauli Radsport
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