Do Apr 27 @18:00
Deerns-Radtraining für Anfänger
 

Radurlaub auf Mallorca

The artist formerly known as »Trainingslager«

Gruppenfoto

Was passiert wenn man 20 Radsportler unterschiedlichsten Niveaus, Alters, Geschlechts und Musikgeschmacks für 10 Tage ein ein kleines Hotel mitten in Paguera steckt? - Chaos? Stress? Bambule?

 

Nein! - Es wird einfach der beste Start in die Saison, den man sich nur wünschen kann!

Durch die noch größere Teilnehmerzahl als im letzten Jahr konnte wirklich jeder eine Gruppe finden, mit der Mallorca auf dem Rad unsicher gemacht werden konnte. Jeden Tag wurden Kilometer geschrubbt, Pässe bezwungen, Abfahrten erlebt, Mandeltorten vernichtet, Cafés leergetrunken und sich abends bei Bier, Wein und Spezi Heldengeschichten erzählt.

 

Es ist unmöglich, hier alle Geschichten unterzubringen, eine möchte ich trotzdem erzählen:

Die Straße aus der Hölle zur Lammschulter aus dem Himmel*

Nach den begeisterten Erzählungen einiger weniger aus den letzten beiden Jahren beschlossen wir, dieses Jahr alle den Lammschulter-Olymp in Alaro zu erklimmen und uns selbst davon zu überzeugen, ob die Sagen und Legenden, die diesen Ort umgeben, wahr sind. Soviel vorab: Es ist alles wahr!

Die Anreise zum Fuße des objektiv betrachtet “kleinen” Berges, auf dem sich das sagenumwobene Gasthaus befindet, gestaltete sich noch unspektakulär. Wie gewohnt fuhren wir auf den sehr gut asphaltierten Straßen Mallorcas mit unseren genau für diesen Zweck gebauten Rennrädern. Alle waren bester Laune. Klar, hatte es die ein oder andere Warnung der Wiederholungstäter gegeben, aber man dachte sich: “Wie schlimm kann das schon sein?!” Die Antwort: Schlimmer!

Zunächst ging es auf schlechtem Asphalt mit vielen Schlaglöchern leicht bergauf. Diesen schlechten Zustand der Straße wünschte man sich jedoch kurze Zeit später sehnlichst zurück, denn es wurde schlechter und schlechter und schlechter. Und jedes Mal wenn man dachte: “Naja, schlechter kann es ja jetzt nicht mehr werden!”, dann wurde es - viel schlechter! Dazu wurde die Straße mit jeder Verschlechterung auch etwas steiler. Schön! Wenn dann noch gewisse Herrschaften aus Bremen, die ihren Führerschein anscheinend bei 9Live gewonnen haben, dringend mit dem Auto da hoch müssen, wird es erst richtig lustig. Ohne Beziehungen zur Bremer Ortsgruppe wären da sicher “Regressansprüche” gestellt worden.

Man hatte also so richtig keine Lust mehr, quälte sich aber natürlich weiter, denn wir wissen ja: “Der Schmerz vergeht, aber die Schmach bleibt das ganze Leben!” Ok, das und die Lammschulter, die schon wartete.

Oben angekommen wurde man im Gasthaus von ungläubigen Rentnern angestarrt, die dachten, sie wären schon total abenteuerlustig, weil sie mit dem Auto da hochgefahren sind, und die es bis dahin nicht für möglich gehalten hatten, dass man diesen Weg überhaupt mit dem Rad fahren kann. Spätestens als sie beim Verlassen des Gasthofs die Rennräder vor der Tür gesehen haben, sind sie wahrscheinlich völlig vom Glauben abgefallen.

So bescheiden der Weg, umso besser das Essen! Ich bin kein Gourmet, aber habe schon viel Lamm gegessen und so wie dieses Fleisch vom Knochen abfiel, bekommt man das nur ganz selten. Dazu kommt, dass nach so einer Anstrengung Essen per se schon um mindestens 30% besser schmeckt. Der Kulinarische Himmel also.

An dieser Stelle dachte man noch nicht an den unausweichlich bevorstehenden Rückweg. Als die Lammschulter sich dann ihren Platz im Bauch gesucht hatte, der Wein und die Müdigkeit beste Freunde geworden waren und man sich eigentlich in eine Ecke legen und ein Nickerchen machen wollte, kamen einem unweigerlich die Worte eines berühmten Bremer Radsportlers in den Sinn: “Es ist ja echt schön hier, die einzige Sch#$!? ist, dass ich mit dem Rad hier bin.”

Aber es half ja nichts! Wollte man nicht den Rest seiner Tage mit dem Ausmisten der Ställe auf einem kleinen Hof mitten im Nirgendwo verbringen, stand jetzt die Abfahrt an. Soweit ich weiß hat niemand die Option mit den Ställen gewählt.

Zur freudigen Überraschung war es dann auch nicht so schlimm wie erwartet. Klar, es tat weh, aber nicht so sehr wie befürchtet. So sind dann auch ausnahmslos alle wieder wohlbehalten unten angekommen und das sogar ohne einen einzigen Platten.

 

Alles in allem also eine gelungene Ausfahrt und für nächstes Jahr schon gesetzt!

*Übertreibungen sind obligatorisch

A propos nächstes Jahr!

In diesem Jahr haben sich die St.Pauli-Triathleten genau die Woche nach unserem Radurlaub für ihr Trainingslager auf Mallorca ausgesucht. Das sollte im nächsten Jahr anders werden und wir sollten das gemeinsam organisieren. Je mehr Teilnehmer, desto wahrscheinlicher ist es, dass wirklich jeder geeignete Trainingspartner findet.

 

Dass wir den ganzen Spaß und Erfolg hauptsächlich einer Person zu verdanken haben, muss hier nicht extra erwähnt werden. Ich tu es trotzdem! Danke Micha!  

 
FC St. Pauli Radsport
FC St. Pauli Radsport
FC St. Pauli Radsport
FC St. Pauli Radsport