Sa Apr 01 @08:00
Fischbrötchen Brevet
 

Radfahren für Fortgeschrittene

25.05. – 27.05.2012: Mikas Brevet »Rund Um Schleswig Holstein« (1042 km)

Bönningstedt – Lauenburg – Lübeck – Fehmarn – Kiel – Kappeln – Glücksburg – Rodenäs – Husum – St. Peter-Ording – Brunsbüttel - Bönningstedt
1042 km (22,25 km/ h / 3898 hm / 46:51 / 62:00 brutto)

Ja, ich habe es tatsächlich getan!
Schon im Herbst des letzten Jahres hatte ich die Idee für eine lange Radtour sozusagen »vor der Haustür«, also ohne großen Aufwand für Anreise, Übernachtungen usw. So klappte ich also die heimische Landkarte auf und sah – wat’n Wunder – Schleswig-Holstein. Sollte das für eine lange Tour reichen? Erste Abschätzungen ergaben ca. 800 Kilometer. Ich machte mich an die Feinplanung und wollte mich dabei an die Regeln »möglichst nur Schleswig-Holstein« und »möglichst weit an den äußeren Grenzen entlang« halten. Herausgekommen ist dabei eine geplante Strecke von ca. 1050 Kilometern, Fehmarn und Nordstrand mit eingeschlossen. Die nur mit Fähre oder Zug erreichbaren Inseln sparte ich bewusst aus, da das die Zeit und die Kosten in die Höhe getrieben hätte und 1000 Kilometer in Ordnung waren.
Die Idee war jetzt also da. Aber ob ich sie jemals umsetzen sollte?

Pfingsten 2012 hatte ich dann ein langes Wochenende von vier Tagen und der Wetterbericht hätte besser nicht sein können. Also packte ich am Donnerstag kurz entschlossen meine paar Sachen in den Sattelstützen-Rucksack und machte das Canyon F 10 startklar.
Am Freitag, den 25.05.2012 ging es dann tatsächlich los. Um 7:20 Uhr verabschiedete ich die Kinder zur Schule und machte mich von Bönningstedt aus auf den Weg. Gemäß der Idee »nur S-H« fuhr ich erstmal auf weitgehend bekannten Strecken einen großen Bogen um Hamburg herum über Norderstedt, Wilstedt, Jersbek und Ammersbek. Hier erlebte ich die erste Überraschung in Form eines Schotterweges um einen See herum. Das war so nicht geplant, aber ich fuhr meinen Track weiter, da ich in dieser Gegend noch nie war. Weiter über Siek und Brunsbek. Richtung Aumühle dann das gleiche Spiel noch einmal: vom Schotterweg bis hin zum Singletrail war alles dabei, über was sich ein Mountainbiker gefreut hätte. Aber auch mein Canyon Carbon-Renner steckte alles gelassen weg. Dann kam wieder ein mir bekanntes Stück Strecke: Über Escheburg nach Geesthacht, vorbei an Krümmel und dann nach Lauenburg. 116 Kilometer hatte ich jetzt, nahm einen ersten Snack aus meiner Tasche und füllte meine Flaschen an einem EDEKA nach. Hier sprach mich ein junger Mann an, der es gar nicht glauben konnte, dass ich heute Morgen schon aus Bönningstedt bis nach Lauenburg gefahren war. Seine weiteste Strecke aller Zeiten war von Lauenburg nach Henstedt-Ulzburg. Als ich ihm erzählte, was ich noch vor mir hatte, fiel er fast aus den Socken. Aber ich denke, nach einem genauen Blick auf mein Rad hat er es mir geglaubt.
Der südlichste Teil von Schleswig-Holstein war somit erreicht, nun sollte es eine Zeit lang in nördliche Richtung gehen (um es vorweg zu nehmen: eineinhalb Tage). Die Fahrt aus Lauenburg heraus war ein ziemliches Gewusel. Erst galt es, begab eine megasteile Kopfsteinpflasterstraße zu meistern, danach war ein wahnsinniger Lkw-Verkehr, so dass ich auf den Fußweg flüchtete. Schließlich fuhr ich am Elbe-Lübeck-Kanal entlang, der nach einem Stück auch wieder in einen Schotterweg überging, der aber diesmal recht gut zu fahren war. So gut, dass ich meine Abzweigung verfehlte und ein gutes Stück zu weit fuhr, bevor ich meinen Fehler bemerkte. Also zurück und dann über Bröthen und Besenthal nach Gudow. Die »Beulen der Ländergrenzen« fuhr ich um den Schaalsee herum so gut wie möglich aus und kam durch Marienstedt, Zuckerhut, Bresahn, Rosenhagen nach Ratzeburg. Hier musste zum zweiten Mal »nachgetankt« werden.
Ab hier machte ich dann eine Ausnahme von meiner selbst aufgestellten Regel. Da ich nicht durch die Stadt Lübeck fahren wollte, fuhr ich ein Stück durch Mecklenburg-Vorpommern über Thandorf, Niendorf, Schönberg und Dassow und erreichte schließlich die Priwall-Fähre in Travemünde. Ich hatte jetzt 235 Kilometer gefahren und es war 17:45 Uhr. Vor der Abfahrt musste ich auf dem Schiff noch ein wenig warten, dafür kam aber die »Nils Holgerson« direkt vor meiner Nase vorbeigefahren, was ein schönes Bild war. Auf der anderen Seite gab es dann zum Abendbrot direkt am Hafen eine gemütliche Pizza und ein alkoholfreies Weizen. Wichtige Energie, da ich die folgende Nacht durchfahren wollte.
Dann ging es weiter durch Travemünde und auf den Radweg am Strand entlang. Hier begleitete mich ein Stück lang ein Rennradfahrer und wir konnten ein wenig quatschen, bis er in Scharbeutz abbiegen musste. Ich fuhr den Ostseeküsten-Radweg weiter, vorbei am Lübecker Tor (das im Hansaland Sierksdorf), durch Neustadt, Pelzerhaken. Dann musste ich schon mal die Nacht-Klamotten anlegen, da die Sonne langsam verschwand und es merklich kühler wurde. Außerdem war es Zeit, sich mal zu Hause zu melden. Um nicht die Hauptstraße entlang zu fahren, fuhr ich ab Grömitz »auf Stefans Spuren« ein wenig durchs Landesinnere. Gegen 22:15 Uhr erreichte ich bei Streckenkilometer 313 dann Lütjenbrode und musste dort rechts abbiegen, da ich ja Fehmarn mit »auf dem Zettel« hatte. Ich wäre das auch gerne mal im Hellen gefahren, aber man kann nicht alles haben. Dafür war der Verkehr, abgesehen von der B 207 nach Puttgarden, äußerst überschaubar. Die Anfahrt zur Fehmarn-Sund-Brücke fand ich im Dunkeln noch relativ gut, obwohl der Straßenbelag teilweise sehr zu wünschen übrig ließ. Leider verpasste ich den eigentlichen »Eingang« zur Brücke, den man durch eine geschlossene Gittertür erreicht hätte, die direkt auf den Gehweg neben der Bundesstraße führt. Auf die Idee dort durchzugehen bin ich im Dunkeln aber absolut nicht gekommen und bin daher links an der Brücke entlang, bis ich dann direkt darunter am Fundament stand und der Verkehr über mir donnerte. Was nun? Rad auf die Schulter (mit dem Rucksack hinten dran gar nicht mal so leicht) und die Treppe hoch, das ganze über die erste Absperrkette gewuchtet, total verheddert weil alles total eng war, zweite Treppe hoch um die Ecke, die zweite Absperrkette überwunden und schon war ich auf dem Fußweg oben auf der Brücke. So einfach ist das also!
Der Ausblick von der Brücke war toll, da die untergehende Sonne am Horizont noch ein wenig strahlte, aber trotzdem schon alles beleuchtet war. Die Freude hielt aber nicht lange an, da ich bei der Abfahrt von der Brücke an der Brückenfuge einen derart heftigen Schlag abbekam, dass ich den Lenker nicht mehr halten konnte, ungebremst an die Leitplanken-Rückseite knallte und mich mit Rad überschlug. Großer Schreck im Dunkeln. Zum Glück war mir offensichtlich nichts passiert, es tat zumindest nichts weh und es blutete auch nichts. Schwein gehabt. Ebenso das Rad, an dem auf wundersame Weise nur der Sattel total verdreht war. Also konnte ich erstmal vorsichtig weiterfahren. In Strukkamp hielt ich unter einer Laterne und untersuchte noch mal alles und richtete den Sattel und die Tasche wieder. Es konnte weitergehen.
Dann ging es rund um Fehmarn bei Nacht. Ich hatte mir eine Kombination aus verschiedenen Permanenten zusammengestellt, so dass alles gut zu fahren war. Nur bei den Kurven musste man im Dunkeln besonders aufmerksam sein und auf Tiere achten, die nach meinem Empfinden dort besonders häufig und aktiv waren. In Gahlendorf erreichte ich übrigens den östlichsten Punkt der Tour. Die Fahrt zurück über die Brücke war erfolgreicher und um 1:15 Uhr war ich wieder in Lütjenbrode (Kilometer 385).
Heiligenhafen ist nachts auch sehr schön, die haben da am Wasser entlang so Lichter mit wechselnden Farben, hübsch anzusehen. Nach einem kleinen Verfahrer und zur Belohnung mal wieder Schotterwege umrundete ich den Truppenübungsplatz. Es folgten Weißenhäuser Strand, Hohwacht, und langsam wurde es schon wieder hell. Bis Schönberg auf der Landstraße entlang, dann zum Schöneberger Strand und direkt an der Promenade entlang. Einige waren um 6:00 Uhr schon am baden. Durch Laboe und Heikendorf und in Mönkeberg hatte ein Bäckerei geöffnet, in der ich mir von der erstaunten Bedienung zum Frühstück Kakao, Erdbeertorte und Mandelhörnchen geben ließ. Bis hier 477 Kilometer in 24 Stunden.
In Kiel kam ich fast direkt am Kanu-Heim vorbei, dem Startort von Stefans ARA-Brevets, und überquerte dort die Schwentine. Durch Kiel verließ ich mich wieder auf die bekannten Tracks von Stefan, die ich schon öfter gefahren war und überquerte den Nord Ostsee Kanal über die Hochbrücke. Um dann aber rechts abzubiegen über Pries, Schilksee und Strande. Schwedeneck und Stohl mussten natürlich umrundet werden und am Vormittag kam ich dann nach Eckernförde. Da mich langsam die Müdigkeit befiel und das Wetter allerbest war, legte ich mich und mein Rad an den Strand und wir schliefen etwa drei Stunden, bis der Handy-Wecker klingelte. Etwas ausgeruhter ging es weiter durch Eckernförde (direkt durch die Stadt, wo gerade Pfingstfest war, und (natürlich vorschriftsmäßig zu Fuß) über die alte Klappbrücke) und dann die Eckernförder Bucht hinauf über Waabs nach Damp. Hier musste ich an einer Tankstelle endlich mal wieder »nachtanken«.
In Kappeln durfte ich 15 Minuten an der Klappbrücke warten, die direkt vor mir hochklappte, damit gefühlte 76 Schiffe und Boote mit zu hohen Masten auf der Schlei auf- und abfahren konnten. Direkt am Hafen kaufte ich mir ein Fischbrötchen, wobei der passende Verkaufsstand dazu gar nicht leicht zu finden war. Von Kappeln fuhr ich Richtung Norden bis nach Pommerby, wo ich an einem Gasthaus mit Biertischen und Sonnenschirmen nicht vorbeifahren konnte und mir ein alkoholfreies Weizenbier gönnte. Dann kam ein ziemlich zäh zu fahrendes Stück um die Geltinger Bucht, über Neukirchen, Westerholz und Langballig. Sehr hügelig und kurvig, teilweise war auch mal wieder Schotter oder ein Plattenweg dabei. Gegen 19:15 Uhr war ich dann in Glücksburg, wo ich mir eine Pizza kaufte und noch einmal die Getränke für die bevorstehende Nacht nachfüllte. Ein Stück weiter erledigte ich dann die tägliche Meldung an zu Hause und erledigte die überfällige Wartung der Kette.
Von Glücksburg aus fuhr ich wieder eine Kombination aus verschiedenen Brevet-Tacks von Stefan, da ich nicht durch Flensburg fahren wollte, sondern in einem großen Bogen drum herum. Und so ging es zuerst südlich über Hürup bis nach Oeversee und von dort wieder Richtung Norden bis nach Harrislee, wo ich links abbog auf den Grenzweg. Dessen Anfang erreichte ich im letzten Tageslicht und dann ging es gute 30 Kilometer immer geradeaus auf einer sehr gut asphaltierten Straße mit wenig Verkehr. Ich fand es ganz gut, dieses Stück nicht im Hellen zu fahren, da man dabei den Eindruck gehabt hätte, niemals anzukommen. Direkt rechts von mir lag jetzt Dänemark. Bei Aventoft gab es noch mal einen  Bogen ganz an die Grenze heran und gleichzeitig den nördlichsten Punkt der Tour.
Rodenäs ist ein Ort ganz weit oben links auf dem deutschen Festland und hier überkam mich gegen 0:00 Uhr eine gewisse Müdigkeit, die an einem Bus-Wartehäuschen zu einem Bremsvorgang führte. Es war zuerst eigentlich nicht besonders kalt, aber nach etwa 20 Minuten entschloss ich mich doch, meine Rettungsdecke auszupacken. So eingepackt schlief ich auf einer Bank relativ bequem bis um 2:00 Uhr, den Kopf im Helm (ist erstaunlich angenehm, hatte ich früher beim Motorradfahren auch so gemacht). Das Losfahren war nicht ganz so kuschelig. Da meine Klamotten noch nass waren und es jetzt wohl doch noch etwas kälter war, brauchte ich einige Kilometer, um wieder auf Betriebstemperatur zu kommen.
Der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog stand jetzt auf dem Programm, danach Emmelsbüll. Das ganze aufgelockert durch einige Passagen mit Rollsplitt, bei denen man den Eindruck hatte, dass das Bauamt Rollsplitt in fünffacher Menge bestellt hatte und trotzdem alles verbraucht werden musste. Gegen 3:00 Uhr fuhr ich an Dagebüll vorbei, das erste Mal mit dem Fahrrad – ich weiß nicht, wie oft wir hier schon mit dem Auto waren, um unsere zweite Heimat Föhr zu besuchen. Von Dagebüll bis nach Ockholm traf ich nicht ein einziges Auto. Das war auch ganz gut so, somit konnte ich den Unebenheiten in der Fahrbahn nach Belieben ausweichen. Hinter Ockholm gab es auf einmal sehr starken Nebel und es wurde feucht und kalt, so dass ich hier zum ersten Mal meine Jacke überziehen musste. Das Stück bis zur »Einfahrt« nach Nordstrand kam mir schon immer endlos vor, und ich glaube das ist es auch. Erfreulich war nur, dass es einen neuen Radweg gibt, der vom Belag um einiges besser ist als die Straße.
Auf der Strecke vom Husumer NordCup umrundete ich Nordstrand. Und diese Halbinsel hat einen Vorteil: geöffnete öffentliche Toiletten an den Parkplätzen. Eine davon enterte ich inklusive Rad und packte meine kompletten Sachen aus. Waschen, Zähne putzen und Klamotten wechseln waren jetzt endlich möglich und dringend erforderlich. Sitzprobleme machten mir jetzt zunehmend zu schaffen. Es war zwar offensichtlich noch alles „zu«, aber es brannte schon erheblich und jedes Hinsetzen war schmerzhaft. Eine neue Hose und neue Sitzcreme halfen ein wenig. Leider gab es nur kaltes Wasser, aber ich will nicht meckern. So erfrischt und gestärkt machte ich mich dann auf den Weg in das noch ziemlich verschlafen daliegende Husum und fuhr ohne Halt durch. Erst hinter Husum hielt ich wieder an einer Bushaltestelle an, um zu frühstücken und noch einmal für ein halbes Stündchen einzunicken.
Ab Uelvesbüll erreichte ich wieder bekanntes Terrain, ab hier folgte ich dem Weg um die Halbinsel Eiderstedt, den ich in Vorjahr im Urlaub gefahren war. Immer hinterm Deich entlang, mit vielen Schafen und entsprechende Ködeln, teilweise Plattenweg, aber alles ganz gut zu fahren. Der Ausflugsverkehr war um die Uhrzeit noch überschaubar. Den Westerhever Leuchtturm konnte ich kurz erblicken und schließlich erreichte ich St. Peter-Ording, wo ich im Ortsteil Bad stoppte und mir um 10:45 Uhr eine große Portion Spaghetti Bolognese bestellte. Die Zutaten dazu musste der nette Koch erst aus dem Lager holen, war wohl noch etwas früh. Als Randonneur kommt man mit den Tageszeiten schon mal ein wenig durcheinander. Danach gab es um die Ecke noch einen schönen Amarena-Eisbecher.
Weiter ging es am Golfplatz vorbei und wieder auf dem Radweg direkt vor dem Deich entlang bis zum Eider-Sperrwerk. Hier musste ich schon wieder ein Wassereis essen und Cola nachfüllen. Auf dem folgenden Radwanderweg konnte ich ein Tandem einholen, auf dem ein Pärchen einigermaßen flott unterwegs war. Die beiden saßen zum ersten Mal auf einem Tandem, waren aber erfahrene Radfahrer, was man merkte. Wir kamen ins Quatschen und nebenbei zogen sie mich in einem ziemlichen Tempo bis nach Büsum mit. Lief echt super, dieses Stück. Aufgrund der gutgemachten Zeit war in Büsum ein weiteres Eis drin.
Es ging weiter, zunächst auf dem gut ausgebauten Radweg hinter dem Deich, später dann etwas weiter im Landesinneren über Friedrichskoog, wo ich an der Seehunds-Aufzuchtsstation vorbei kam. Danach hatte ich auf dem Stück nach Brunsbüttel so ziemlich meine toteste Zeit. Die Sonne brezelte vom Himmel, die Straßen waren endlos geradeaus, der Hintern und die Hände taten weh und ich hatte das Gefühl. nicht von der Stelle zu kommen. Aber irgendwann so gegen 16:00 Uhr war ich an der Fähre über den Nord Ostsee Kanal in Brunsbüttel, somit hatte ich nach über 30 Stunden das andere Ende vom Kanal erreicht, allerdings nicht ganz auf dem direkten Weg. Nach der Überfahrt folgte ein Stück durch unschönes Industriegebiet, bis ich dann in den Elbe-Radweg einschwenkte und dort direkt am Wasser entlang fahren konnte. Dieses Stück war wieder recht angenehm zu fahren, vorbei an Unmengen von Badenden am Elbestrand und am Kraftwerk Brokdorf. Langsam kam der angenehme Gedanke auf, die folgende Nacht mal wieder schlafend in einem Bett verbringen zu können und ich witterte »Stallgeruch«.
An der Stör-Brücke musste ich einige Zeit warten und dann durch eine sehr enge Baustelle, in der man teilweise schieben musste. Glückstadt war danach schnell erreicht. Hier war es Zeit zum Abendbrot, natürlich randonneursmäßig an einer Tankstelle. Der Blick in meine Karten zeigte mir, dass die folgenden zwei Sperrwerke an der Elbe nur bis 18:00 Uhr besetzt sind. Danach werden die Brücken hochgeklappt und es müssen teilweise erheblich Umwege gefahren werden. Ich war also eindeutig zu spät dran – das kommt davon, wenn man so bummelt! Daher entschloss ich mich, für das letzte Stück die eigentlich weiter an der Elbe entlang über Kollmar und Wedel geplante Route zu verlassen. Stattdessen nahm ich den Weg über Herzhorn, Horst, Barmstedt und Quickborn zurück nach Bönningstedt. Kilometermäßig kam das auf’s gleiche raus und die andere Strecke bin ich bei anderen Touren schon mehrmals gefahren. Um 21:20 Uhr – nach genau 62 Stunden – war ich wieder zu Hause. 1042 Kilometer, knapp 4000 Höhenmeter und knapp 47 Stunden reine Fahrzeit lagen hinter mir. Erschöpft aber zufrieden fiel ich wenig später ins Bett.

Diese Tour werde ich so wohl nicht wieder machen – schöner kann’s nicht werden!

Michael »MiKa« Kasparick

 

 
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